Einkaufen in Konstanz: Lohnt sich der Klassiker noch?
Konstanz ist der Klassiker des Schweizer Einkaufstourismus: direkt an Kreuzlingen, gut erreichbar, mit Altstadt und allen grossen deutschen Ketten. Doch seit die Wertfreigrenze halbiert wurde, lohnt sich nicht mehr jeder Einkauf. Eine ehrliche Bestandesaufnahme.
Warum Konstanz?
Kaum eine deutsche Stadt liegt für Schweizer Einkäufer so günstig: Die Grenze verläuft mitten durch das Siedlungsgebiet von Konstanz und Kreuzlingen, die Innenstadt ist zu Fuss vom Grenzübergang erreichbar. Dazu kommt der Ausfuhrschein, der die 19 % deutsche MwSt zurückbringt.
Was sich geändert hat: 150 statt 300 Franken
Seit 2025 gilt die Wertfreigrenze von 150 Franken pro Person und Tag. Wer darüber liegt, zahlt 8,1 % auf den gesamten Warenwert. Für den Wocheneinkauf bleibt die Grenze meist komfortabel; bei grösseren Anschaffungen ist sie schnell erreicht. Die Freigrenze lässt sich für einen einzelnen teuren Gegenstand nicht über mehrere Personen zusammenlegen.
Ausfuhrschein in der Praxis
Ab 50 Euro pro Beleg lohnt der Ausfuhrschein: an der Kasse ausstellen lassen, beim deutschen Zoll abstempeln, beim nächsten Besuch erstatten lassen. In der Konstanzer Innenstadt bieten ihn die meisten Läden routiniert an.
Lebensmittel: die Freimengen kennen
Für sensible Waren gelten eigene Freimengen pro Person und Tag: Fleisch (1 kg), Butter und Rahm, Öle und Fette, Alkohol (5 Liter bis 18 % vol.) und Tabak (250 Zigaretten). Lebensmittel werden zudem als eine der wenigen Warengruppen weiterhin verzollt.
Rechnet sich die Fahrt?
Die ehrliche Rechnung umfasst Benzin, allenfalls Vignette und Parkgebühren, und die eigene Zeit. Je kleiner der Einkauf, desto schwerer wiegen die Fixkosten. Ein gezielter Grosseinkauf mit Ausfuhrschein rentiert deutlich eher als die Spontanfahrt für zwei Drogerieartikel. Eine Faustformel dafür, ab welchem Warenwert sich die Fahrt lohnt, steht im Schwellen-Ratgeber.
Praktische Tipps
Über Grenzblick
Diesen Ratgeber schreibt Grenzblick, ein Schweizer Preisvergleich für grenzüberschreitende Einkäufe. Für ein einzelnes Produkt stellt die Seite dem besten Preis ihrer Schweizer Partnershops den geschätzten ausländischen Endpreis nach allen Abgaben gegenüber: Einfuhr-Mehrwertsteuer, Verzollungsgebühr und Wechselkurs sind darin bereits eingerechnet, die Erstattung der deutschen Mehrwertsteuer über den Ausfuhrschein nur dort, wo der Händler sie direkt gewährt. Die beiden Bezugswege — Versand in die Schweiz und Abholung an der Grenze — werden getrennt gerechnet, weil für sie andere Regeln gelten. Weil Preise und Wechselkurs täglich wechseln, wird jede Anfrage neu gerechnet. Finanziert wird die Seite über Affiliate-Provisionen: Alle Shop-Links im Preisvergleich sind Affiliate-Links. Gelistet sind nur Shops, an deren Partnerprogramm Grenzblick teilnimmt. Unter diesen bestimmt allein der berechnete Endpreis die Reihenfolge der Angebote, die Höhe der Provision fliesst nicht ein. Andere Händler sind nicht erfasst und können günstiger sein. Ist die Schweiz günstiger, sagt die Seite das.