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Einkaufen in Deutschland: Was kostet die Einfuhr wirklich?

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Viele Produkte sind in Deutschland teils deutlich günstiger als in der Schweiz, doch zwischen dem Preisschild und dem echten Endpreis liegen Mehrwertsteuer, Wertfreigrenze und Wechselkurs. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln 2026 und zeigt an einem fiktiven Beispiel, wie ein vollständiger Vergleich funktioniert.

Warum ist Deutschland oft günstiger?

Zwei Treiber: das Preisniveau (Markenprodukte werden für den Schweizer Markt teils mit höheren Margen kalkuliert) und der starke Franken. Wer in Euro einkauft, nutzt den Währungsvorteil direkt aus.

Aber: Günstig auf dem Preisschild heisst nicht automatisch günstig am Ende. Beim Import kommen Abgaben dazu. Genau hier entscheidet sich, ob sich der Einkauf wirklich lohnt.

Abholung an der Grenze: die 150-Franken-Grenze

Wer selbst nach Konstanz, Lörrach, Singen oder Weil am Rhein fährt, profitiert von der Wertfreigrenze: Waren bis 150 Franken pro Person und Tag bleiben von der Einfuhrsteuer befreit. Die Grenze wurde per 2025 von 300 auf 150 Franken gesenkt. Die alte «300-Franken-Regel» gilt nicht mehr.

Wichtig zu wissen
Wird die Grenze überschritten, fällt die Einfuhr-MwSt von 8,1 % auf den gesamten Warenwert an, nicht nur auf den Teil über 150 Franken. Die Freigrenze gilt pro Person, kann für einen einzelnen Gegenstand aber nicht zusammengelegt werden.

Ausfuhrschein: die deutsche MwSt zurückholen

1Im Laden: An der Kasse einen Ausfuhrschein ausstellen lassen, mindestens 50 Euro Einkaufswert pro Beleg.
2An der Grenze: Beim deutschen Zoll den Schein abstempeln lassen; die Ware muss unbenutzt ausgeführt werden.
3Beim nächsten Besuch: Den gestempelten Schein im Geschäft vorlegen. Die MwSt wird erstattet.
Nicht garantiert
Kein Händler ist gesetzlich verpflichtet, die MwSt zu erstatten. Es ist eine freiwillige Serviceleistung. Bei grösseren Anschaffungen vor dem Kauf nachfragen.

Über der 150-Franken-Grenze musst du die Ware beim Schweizer Zoll anmelden (am bequemsten per QuickZoll-App) und 8,1 % entrichten. Unterm Strich tauschst du 19 % deutsche gegen 8,1 % Schweizer MwSt.

Online bestellen: Versand und die 5-Franken-Regel

•Auf Warenwert plus Versand wird die Schweizer Einfuhr-MwSt von 8,1 % fällig (2,6 % für Bücher und Lebensmittel).
•Dazu kommt die Verzollungsgebühr des Transporteurs, typischerweise ab rund 11.50 Franken.
•5-Franken-Regel: Läge die Steuer unter 5 Franken (gut 60 Franken Warenwert), wird sie gar nicht erhoben.

Viele deutsche Online-Shops ziehen bei Lieferadresse Schweiz die deutsche MwSt direkt ab; manche liefern sogar «verzollt und versteuert» ohne Verzollungsgebühr.

Zoll: Was wird 2026 überhaupt noch verzollt?

Die Schweiz hat die Industriezölle per 2024 abgeschafft: Elektronik, Haushaltsgeräte, Kleidung und Kosmetik sind zollfrei. Es bleibt allein die Einfuhr-MwSt. Zölle spielen nur noch bei Lebensmitteln und Agrarprodukten eine Rolle.

Rechenbeispiel: Küchenmaschine über die Grenze

Ein fiktives Beispiel, keine aktuellen Preise: eine Küchenmaschine, Schweizer Preis 720 Franken, deutscher Preis 595 Euro inkl. 19 % MwSt. Abholung im Laden mit Ausfuhrschein, 35 Franken Fahrtkosten hin und zurück, Kurs 0.94:

Abholung an der Grenze, fiktives Beispiel
Preis in Deutschland (brutto)€ 595.00
− deutsche MwSt zurück (Ausfuhrschein)€ 95.00
= Nettopreis€ 500.00
Umgerechnet (Kurs 0.94)CHF 470.00
+ Schweizer Einfuhr-MwSt 8,1 %CHF 38.07
+ Fahrtkosten (hin und zurück)CHF 35.00
Berechneter Endpreis vs. CHF 720CHF 543.07 · 25 % günstiger

Rund 177 Franken Ersparnis, trotz Schweizer MwSt und Fahrt. Stellt der Laden keinen Ausfuhrschein aus, bleiben die 95 Euro deutsche MwSt im Preis: Dann wären es CHF 639.60, noch 11 % günstiger. Bei solchen Beträgen lohnt vorher ein Blick auf Garantie und Rückgabe. Aber Vorsicht: Bei anderen Produkten ist die Schweiz günstiger. Genau deshalb lohnt sich der Preisvergleich Schweiz–Deutschland pro Produkt.

Checkliste: Sparen beim Einkauf in Deutschland

✓Vor der Fahrt Preise vergleichen, inklusive aller Abgaben, nicht nur das Preisschild.
✓Unter 150 Franken pro Person bleiben, wenn möglich, dann ist die Einfuhr steuerfrei.
✓Ab 50 Euro den Ausfuhrschein verlangen und die 19 % deutsche MwSt zurückholen.
✓Über der Freigrenze ehrlich per QuickZoll anmelden: 8,1 % sind meist immer noch deutlich weniger als der Schweizer Aufpreis.
✓An der Kasse in Euro zahlen, nicht in Franken umrechnen lassen.
✓Fahrtkosten einrechnen, oder kleine Bestellungen unter gut 60 Franken liefern lassen (5-Franken-Regel).
Lohnt sich dein Einkauf über die Grenze?
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Über Grenzblick

Diesen Ratgeber schreibt Grenzblick, ein Schweizer Preisvergleich für grenzüberschreitende Einkäufe. Für ein einzelnes Produkt stellt die Seite dem besten Preis ihrer Schweizer Partnershops den geschätzten ausländischen Endpreis nach allen Abgaben gegenüber: Einfuhr-Mehrwertsteuer, Verzollungsgebühr und Wechselkurs sind darin bereits eingerechnet, die Erstattung der deutschen Mehrwertsteuer über den Ausfuhrschein nur dort, wo der Händler sie direkt gewährt. Die beiden Bezugswege — Versand in die Schweiz und Abholung an der Grenze — werden getrennt gerechnet, weil für sie andere Regeln gelten. Weil Preise und Wechselkurs täglich wechseln, wird jede Anfrage neu gerechnet. Finanziert wird die Seite über Affiliate-Provisionen: Alle Shop-Links im Preisvergleich sind Affiliate-Links. Gelistet sind nur Shops, an deren Partnerprogramm Grenzblick teilnimmt. Unter diesen bestimmt allein der berechnete Endpreis die Reihenfolge der Angebote, die Höhe der Provision fliesst nicht ein. Andere Händler sind nicht erfasst und können günstiger sein. Ist die Schweiz günstiger, sagt die Seite das.

Redaktionelle Übersicht, keine amtliche Zollauskunft. Massgeblich sind BAZG und deutscher Zoll. Stand: Oktober 2026.